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Inklusion Muss Laut Sein

Mit BUDDIEBEGLEITUNG zum Werkstattrat

Ich soll euch alle schön von Heiko und Jim grüßen. Wer Heiko und Jim sind?

Normalerweise begleiten die BUDDIES von Inklusion Muss Laut Sein Menschen mit einer Behinderung zu Events und Festivals im kulturellen Bereich. Heiko nutzt diesen Service regelmäßig und hat hierfür schon einen Stamm-BUDDIE, der mit ihm auf Festivals und Konzerten unterwegs ist.

Buddiebegleitung einmal anders

Jim steht neben Heiko der im Rollstuhl sitzt. Die beiden haben sich im Rahmen der BUDDIEbegleitung in Wiesbaden vor einer Ziegelmauer fotografiertHeiko setzt sich als Mitglied im Werstattrat für bessere und faire Arbeits-Bedingungen in den Werkstätten der großen Sozialunternehmen ein. In Deutschland arbeiten etwa 320.000 Werkstattbeschäftigte in dieser Form, des Beschäftigungsverhältnisses. In den Werkstätten treffen Menschen mit den unterschiedlichsten Behinderungen aufeinander. Dieses reicht von Beschäftigten mit einer psychischen Einschränkung bis hin zu Schwerst-Mehrfach-Behinderten. Im Schnitt erhalten Beschäftigte dort einen Stundenlohn von etwa 1,11€.

Viele Firmen in Deutschland lassen ihre Waren in den Werkstätten für einen geringen Kostensatz fertigen und verkaufen dann die Beschäftigung von Menschen mit einer Behinderung als soziale Wohltat. Gegen diese Ungerechtigkeit und für eine Anerkennung als Abeitnehmer oder Arbeitnehmerin setzen sich die Werkstatträte ein.

Als Mitglied des Werkstattrates muss Heiko immer auf dem neusten Stand sein und so sind Treffen in der ganzen Republik ein wichtiger Bestandteil auf dem Weg zu einer zukünftigen Veränderung. Eins dieser Treffen fand in Wiesbaden statt und schon frühzeitig fragte Heiko bei Inklusion Muss Laut Sein an, ob er eine Buddiebegleitung erhalten könnte.

Nun sind dienstliche Treffen oder Schulungen keine wirkliche Kulturverstaltung. Doch ohne eine BUDDIE wäre die Reise aus der Nähe von Bremen nach Wiesbaden nicht möglich gewesen. Für Menschen mit Behinderung gibt es ein persönliches Budget, mit dem sie sich selbstbestimmt Leistungen „kaufen“ können. Die Höhe dieses Budget ist dagegen eher überschaubar gehalten. Bei einer 4 tägigen Reise würde ein solcher Betrag die Kosten nicht decken.

Die Pflege muss abgesichert sein

Zudem muss während einer Reise auch die Körperpflege und das Umsetzen im Rollstuhl abgesichert sein. Hier kommt nun Jim ins Spiel. Er ist ausgebildeter Sanitäter, arbeitet ehrenamtlich bei der Feuerwehr und ist einer von 4000 BUDDIES in Deutschland. Um überhaupt eine Begleitung organisieren zu können, musste erst geklärt werden, ob Jim zusammen mit Heiko die Veranstaltung besuchen darf.

Für uns heißt das, wir müssen mit dem Steuerberater sprechen, ob die Spenden hierfür eingesetzt werden dürfen und mit der Versicherung, wie eine solche Begleitung dann abgesichert ist. Der Arbeitsaufwand für eine Buddiebegleitung ist im Hintergrund enorm. Viele stellen sich diesen Vorgang sehr einfach vor und genau so soll es auch für die BUDDIE-Teams sein. Es muss alles klappen und viele Dinge im Vorwege organisiert werden.

Aus Jim und Heiko wird für die Buddiebegleitung ein Team

Nachdem wir durch den Steuerberater die Freigabe erhalten haben konnten wir Heiko mitteilen, dass wir die Kosten für die Begleitung durch Jim in voller Höhe aus Spenden finanzieren können. Nun endlich konnten wir Heiko und Jim für die Buddiebegleitung miteinander verbinden. Beide Teile eines BUDDIE-Teams agieren hierbei auf Augenhöhe. Sie sind wie Freunde, die gemeinsam auf die Reise gehen, ohne Mitleid und ohne Angestelltenverhältnis.

Bei den beiden stimmte die Chemie auf Anhieb und sie waren noch keine 300km unterwegs, da meldeten sie sich schon mit ihrem Zwischenbericht. Als sie dann in Wiesbaden ankamen klingelte wieder das Telefon und ich bekam die Anweisung, die netten Spender und Spenderinnen von Inklusion Muss Laut Sein einfach mal zu grüßen.

Die 4 tägige Reise war ein konstuktiver Austausch und auch Jim lernte im Treffen mit den anderen Werkstatträten einige neue Dinge dazu. Im Namen von Inklusion Muss Laut Sein bedanke ich mich bei allen, die diese Reise und Buddiebegleitung überhaupt erst ermöglicht haben.

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