Autismus ist ein Sammelbegriff für verschiedene tiefgreifende Entwicklungsstörungen (Autismus-Spektrum-Störungen, ASS). Die meisten Betroffenen haben Probleme mit sozialen Kontakten sowie mit der Kommunikation und Sprache. Viele zeigen wiederholte, stereotype Verhaltensweisen und Interessen. Die Art, Ausprägung und der Schweregrad der Autismus-Symptome sind aber individuell sehr verschieden. Wie Autismus entsteht und sich äußert und welche Unterstützung für Betroffene sinnvoll sein kann, das ist ein Prozess, der über Jahre andauern kann. Soweit die fachliche Begrifflichkeit des Autismus-Spektrums. Die Letzten, die jetzt noch nicht eingeschlafen sind, können nun James auf seiner Reise begleiten.

Ich persönlich habe einen anderen Blick auf Autisten und ihre Welt, denn ich sehe den Übergang zwischen Hochbegabung, Autismus und Hochsenibilität als sehr fließend an. Oft verschmelzen diese Bereiche auch miteinander und bilden ein buntes Geflecht, welches sich für Außenstehende nur sehr langsam ergründen lässt. Dabei sprechen wir hier nicht von Film-Autisten a`la Rainman oder wirkliche Inselbegabungen, sondern von Menschen, die dir vielleicht unerkannt auf der Straße begegnen.

Zwischen Traum und Wirklichkeit

Der Stand auf dem Mittelalterfest in Osnabrück, mit einer Gruppe Kinder davor.Eine dieser Straßenbegegnungen ist James oder viel mehr der Assistent von James und auch das Wort Straße, darf man hier wohl nicht zu wörtlich nehmen. Die erste Begegnung erfolgte auf einem Mittelalterfest in Osnabrück, wo Inklusion Muss Laut Sein mit einem Stand und den BUDDIES vetreten war. Im Gespräch mit James Assistent und der Frage nach dem was IMLS so tut – erzählte er von James, der eine riesige Leidenschaft für Musik hat. Alles was mit Tonstudios, Produktion und musikalischen Ausrichtungen zu tun hat, ist eine Leidenschaft für den Schüler.

Der große Traum von James ist es in einem richtigen Tonstudio ein Praktikum zu machen und irgendwann seine Ausbildung in dem Bereich zu beginnen. Ab und an sind BUDDIES sehr motiviert und so kam es zu Aussagen wie: „Unser Gründer Ron, der kann da bestimmt was in die Wege leiten, der kennt jeden“, „Zudem hat er schon immer Menschen vermittelt, der macht das schon“.

In den Folgetagen erreichte mich eine mail mit der Bitte, ob ich James helfen kann seinen Traum in die Tat umzusetzen. Ich bin ganz ehrlich, bei solchen Anfragen bin ich immer sehr zwiegespalten, denn Arbeitsvermittlung oder in diesem Fall Praktikumsvermittlung nehmen sehr viel Zeit in Anspruch. Schließlich schnippt man nicht einfach mit dem Finger und ein geeigneter Platz ist gefunden, oder doch?

Über die Jahre habe ich ein tolles Netzwerk von Freunden, Musikern und Partnern, sowie Partnerinnen aufgebaut und in James Fall, wollte ich für ihn die Besten. Ein Highlight, etwas, was seine Leidenschaft noch ein wenig mehr entfacht und die Flamme nicht wieder erlöschen lässt.

James – BLUT ist dicker als Wasser

Man sagt immer Freunde sind das Wichtigste, was man im Leben gewinnen kann und ich bin dankbar für jeden einzelnen Freund oder Verbündeten in meinem Netzwerk. Doch die Arbeit mit Autisten erfordert viel von allen Beteiligten und wenn man nicht genau die richtigen Menschen findet, dann kann so ein Schuß gerne einmal nach hinten los gehen. Was dazu führt, dass keiner wirklich glücklich ist mit der Situation.

Zwei ganz tolle Menschen, die sehr offen an unbekannte Situationen herangehen, sind Robert und Timo, letzterer ist der Gründer von BLUT. BLUT ist eine Hamburger Agentur für Sound- und Mediendesign, man wird auf dem Markt nichts besseres finden. Zudem ist Timo Musiker, Schriftsteller und seit Jahren ein Unterstützer von unkonventionellen Ideen. Daher war es auch nur folgerichtig, genau diese Menschen für James mit ins Boot zu holen.

Doch würden sie auch hinter der Idee eines Praktikums stehen? Ja sie würden und so sagten sie ohne jegliches Zögern zu.

Hallo Darkness – my old friend

Doch erst einmal sollte es für James anders kommen als gedacht. Unbarmherzig schlug Corona mit einer zweiten Welle zu und sowohl die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von BLUT, als auch Inklusion Muss Laut Sein waren gezwungen, ihre Tätigkeit zum Wohle aller einzustellen.

In dieser Zeit, die Allen vieles abverlangte hielt ich locker den Kontakt zu James, seinen Eltern und seinem Assitenten. Immer mit dem festen Glauben daran, dass Corona nicht ewig dauern kann. Leicht sieht anders aus… auch hier machte ich mir natürlich Sorgen, wie es weitergehen wird. So fielen die Festivals, auf denen wir beratend tätiig sind und ein Großteil der Spenden ein zweites Mal ins Wasser.

Ein neuer Anfang mit Happy End

James spielt Gitarre zusammen mit seinem Team von BLUTAnfang des Jahres 2022 kam dann endlich die erlösende Nachricht, dass Kultur wieder stattfinden darf und auch einen neuen Anlauf nahmen wir gemeinsam in Sachen Praktikum für James. Es war sehr kurzfristig und teilweise sehr mühsam, aber letztendlich besuchte James das Team von BLUT in Hamburg, zu seinem Praktikumstag. Gemeinsam spielten sie Instrumente ein und zeigten dem Schüler, wie diese abgemischt werden.
Für alle Beteiligten ein wunderbarer Tag im Zeichen der Musik. Am Ende entstand James ganz eigener Sound – ein eigener persönlicher Song. Wer kann das schon von sich behaupten?

Sowohl Robert, als auch Timo boten an, bei Fragen zur Ausbildung und für fachliche Anliegen zur Verfügung zu stehen. Ich bedanke mich hierfür aus tiefsten Herzen.

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