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Inklusion Muss Laut Sein

Auf die harte Tour

Das Wacken Open Air im August, war aufgrund der Corona-Beschränkungen ausgefallen. Im Allgemeinen, hätte man sich vieles im Jahr 2020 sparen können. Denn nicht nur die Festivals wurden abgesagt, sondern auch Vorträge und Auftritte fielen ersatzlos aus.

Auch bei Inklusion Muss Laut sein veränderte sich einiges, so durften immer nur Begleitungen unter strengen Auflagen, der einzelnen Bundesländer stattfinden. Immer auf den Schutz der einzelnen Personen bedacht, mit genügend Abstand, Mund-Nasen-Bedeckung und zumeist an der frischen Luft. Coorona mussten wir auf die harte Tour erleben.

Es war eine wirklich harte Zeit und viele Menschen riefen in ihrer Einsamkeit und Not bei Inklusion Muss Laut sein an, um sich ein wenig Zeit und nette Gespräche abzuholen. Ob nun über Metal, Punk oder Festivals, an manchen Tagen stand das Telefon kaum still. Doch es ist kein Vergleich zu persönlichen Kontakten.

Auf die Harte Tour – Es geht auch ohne Festival

Im September gab es in Schleswig-Holstein weniger Auflagen und da ich jemand bin, der kaum still sitzen kann, lud ich einige Bewohner und Bewohnerinnen einer Einrichtung für Menschen mit einer Behinderung nach Wacken ein. Was soll man ohne Festival in Wacken? Die Antwort ist ganz klar man geht auf Die Harte Tour, eine Festival-Führung ohne Festival.

Die Idee hierzu entstand durch die freie Phase während Corona, denn die Assistenz der Bewohner und Bewohnerinnen erzählte, dass die sechs wirklich große Fans des Festivals sind, aber durch ihre Einschränkungen wohl kaum daran teilhaben können. Lautstärke und die Eindrücke von 75.000 Besuchern könnten schnell zu einer Überforderung führen. Trotzdem würden sie alle gern ein wenig „Festival-Luft“ schnuppern.

Auf die Harte Tour – Bilder entstehen im Kopf

In meinen Vorträgen und bei Schulungen habe ich gelernt, dass Bilder im Kopf entstehen zu lassen eine wichtige Aufgabe eines guten Redners ist. Hierzu nutze ich je nach Publikum eine einfache Sprache, die sehr bildhaft ist. Nichts ist schlimmer, als langweilige und graue Fachvorträge.

Ich komme auf dem Wacken Open Air seit 28 Jahren und lebe nur einige Kilometer entfernt, man könnte sagen, dass ich jeden Stein auf dem Gelände persönlich kenne. Viele Menschen und Fans habe ich bereits kennengelernt und in meiner Anfangszeit, habe ich dort viele Bands getroffen.
Es entstanden so ganz eigene Geschichten und viele Freundschaften, die die Jahrzehnte überdauert haben.

Für die angedachte Führung über das Gelände muusste aber auch ich erst lernen, wie man Dinge sehr einfach beschreibt und sein Gegenüber nicht zu sehr unterfordert. Also eine gute Mischung musste her!

Los geht es gemeinsam rocken wir das!

Zu sechst ging es auf die harte Tour in Wacken. An der Wackenhand standen wir gemeinsam und zeigten die PommesgabelGut gelaunt trafen die sechs Bewohner und Bewohnerinnen am Wacken-Turm wie verabredet ein.
Es sah an diesem Tag ein wenig nach Regen aus und so hatte ich mir eine der roten Regenjacken, die die BUDDIES bei Einsätzen auf Festivals tragen, übergezogen. Nur gut, dass ich immer einige der Jacken im Auto habe, denn diese waren ein echtes Highlight und jeder wollte eine haben. Rot ist also das neue Schwarz und mehr Heavy Metal als alles andere.

Der Rundweg um das Gelände, dauert etwa 45 Minuten und diese hatte ich auch angesetzt für die Tour. Allerdings hatten wir uns auch noch ein wenig Luft nach oben gelassen. Ich bin oft sehr beschäftigt und muss die Zeit sehr genau einteilen, aber an diesem Tag, wollte ich einfach mal den Luxus erleben, freie Zeit ohne Verpflichtungen nutzen zu können. Ganz ohne Druck und Termine.

Ein wenig skeptisch wurde ich beäugt, als ich begann, über Bühnen zu sprechen, die gar nicht da sind. Ich erzählte über Musiker und Musikerinnen, die die Bewohner und Bewohnerinnen aus dem Fernsehen kannten. Langsam ging es um das Gelände und viele Geschichten aus 28 Jahren kamen zur Sprache. Gemeinsam lachten wir und erlebten Auf die Harte Tour ein Festival ohne Festival.

Bei Auf die harte Tour durfte ein Bild am Ortsschild in Wacken nicht fehlen. Hier hängt die Assistenz auf dem Schild und zeigt die MittelfingerWir sahen Bands und Fans, so wie viele Stellen auf dem Gelände, wo sonst nie ein Besucher oder eine Besucherin hinkommt.
Es war schon wie ein richtiges Festival und im Grunde war es das, es gab sogar Bändchen von Inklusion Muss Laut Sein, da war es fast schon egal, dass nicht Wacken draufstand.

Wenn es nach mir gegagen wäre, dann hätte dieser Tag wirklich ewig andauern können, aber nach etwas über einer Stunde, waren alle glücklich und zufrieden. Jeder hatte auf der Tour sein eigenes Festival erlebt und ganz eigene Bilder in den Kopf gezaubert bekommen. Es hat wirklich viel Spaß gemacht, als Speaker mal etwas ganz neues und ungewöhnliches auszuprobieren.

Selbst die Assistenzen der Bewohner und Bewohnerinnen waren geflashed und riefen am Ortsschild „Fuck war das geil“, hieraus entstand das Bild im Text.

Auf die harte Tour – Du auch?

Du möchtest einen guten Speaker für deine Veranstaltung? Du möchtest Geschichten über Festivals, Inklusion und Teilhabe erleben? Du möchtest selber erleben, wie es ist, Bilder in den Kopf gezaubert zu bekommen? Dann nimm Kontakt mit uns auf oder buche mich als Sprecher.

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